Wir als Kufenflitzer-Verein unterstützen das Team Projekt. Im Folgenden könnt ihr die gesamte Geschichte des Damen-Teams nochmal lesen. Es zeigt inwieweit Zusammenhalt und Aufopferung es ermöglichen sein gemeinsames Ziel zu erreichen.
Eine spannende und intensive Zeit liegt nun hinter uns. Knapp drei Jahre lang haben wir gemeinsam hart gearbeitet, viele Herausforderungen gemeistert und als Team stets an unser Ziel geglaubt. Zu Beginn waren wir noch ein gutes Stück von der Weltspitze entfernt. Dennoch haben wir nie aufgehört, an uns selbst und an unsere gemeinsame Entwicklung zu glauben.
Unsere gemeinsame Geschichte begann beim Weltcup in Polen in der Wintersaison 2023/2024. Bereits in unserem zweiten Rennen konnten wir einen großen Erfolg feiern und wurden Vize-Europameister. Ein Moment, der uns zusätzlich motiviert und bestärkt hat. Es hat uns gezeigt, was wir gemeinsam erreichen können. Ein Erfolg als Team zu erlangen ist geteilte Freude und somit umso schöner. Jedoch ist das Laufen im Team auch geteilte Verantwortung. Um so einen Erfolg erreichen zu können muss das Team routiniert zusammenarbeiten. Aus diesem Grund haben wir ab dem Sommer 2024 den Fokus noch stärker auf unsere Teamarbeit gelegt und intensiv trainiert. Unser gemeinsames Ziel war es, uns als Mannschaft nach langer Zeit wieder für die Olympischen Spiele zu qualifizieren.
Die Saison 2024/2025 begann jedoch zunächst für uns mit einem Dämpfer. Im ersten Rennen in Japan mussten wir in der B-Gruppe starten. Unsere Aufgabe war damit klar: Wir mussten dieses Rennen gewinnen, um in die A-Gruppe aufzusteigen und weiterhin die Chance auf die Qualifikation für die Weltmeisterschaft zu wahren. Die Nervosität war deutlich spürbar, denn es stand viel auf dem Spiel. In der gesamten Weltcup-Saison werden lediglich drei Teamrennen ausgetragen, sodass jeder Lauf von enormer Bedeutung ist. Auch in solcher Situation muss jeder die Ruhe bewahren. Wir vertrauen auf unser Können. Versuchen unser Rennen so zu laufen, wie wir es schon oft im Training gezeigt hatten. Im Endeffekt verlief das Rennen nahezu perfekt. Mit einer souveränen Leistung konnten wir uns den ersten Platz sichern und uns damit für den nächsten Weltcup wieder für die A-Gruppe qualifizieren. Wieder einmal wurde deutlich, was echter Teamzusammenhalt bewirken kann. Sowohl während der Weltcup-Reisen als auch im Training an unserem Stützpunkt in Berlin arbeiteten wir konsequent weiter daran, unsere Effizienz als Gruppe zu verbessern. Als einzelne Läufer gehörten wir nie zu den stärksten Athleten auf den Einzelstrecken. Gerade deshalb wussten wir, wie entscheidend es ist, als Team möglichst harmonisch zusammenzuarbeiten. Das präzise Hintereinander-Laufen und die optimale Kraftübertragung zwischen uns Läufern wurden zu unserer besonderen Stärke und machte uns zunehmend schneller. Zum ersten Mal erhielten wir auch von anderen Nationen Komplimente und großen Respekt für unsere Läufe. Ein Zeichen der Anerkennung, auf das wir sehr stolz sein können. Es zeigt, dass wir in kurzer Zeit uns enorm verbessern können und unser Ziel realistisch war. Im Laufe der Saison steigerten wir unsere Leistungen kontinuierlich weiter. Beim letzten Weltcup der Saison im niederländischen Heerenveen waren wir schließlich erstmals ganz nah am Podium. Es fehlten nur knappe 0,4 Sekunden. Natürlich war es zunächst schade, so knapp am Podium vorbeigelaufen zu sein. Gleichzeitig war dieses Ergebnis jedoch eine große Motivation für die bevorstehende Weltmeisterschaft in Norwegen. Für uns drei Athleten stellte das Teamrennen ohne Zweifel das Highlight der Weltmeisterschaft dar. Erstmals war Maira als Ersatzläuferin Teil unseres Teams. Von Beginn an übernahm sie diese Rolle mit großer Professionalität und leistete einen hervorragenden Beitrag für die Mannschaft. Die Rolle der Ersatzläuferin ist von großer Bedeutung. Sie trainiert gemeinsam mit dem gesamten Team und absolviert dieselben intensiven Einheiten wie die startenden Athleten. Am Wettkampftag bereitet sie sich ganz normal auf das Rennen vor und ist jederzeit bereit, einzuspringen, falls kurzfristig eine Änderung in der Aufstellung notwendig wird. Darüber hinaus ist sie eine wichtige mentale Stütze für das Team und trägt wesentlich zur gemeinsamen Atmosphäre bei. Auch bei der Weltmeisterschaft lagen wir am Ende erneut nur knapp hinter den Medaillenrängen. Dennoch war für uns etwas anderes von noch größerer Bedeutung: Wir waren als Team der Weltspitze wieder ein Stück nähergekommen. Die Ergebnisse zeigten, dass unsere Abläufe inzwischen gefestigt waren. Jeder kannte seine Aufgabe genau, und das Zusammenspiel innerhalb der Mannschaft funktionierte immer besser. Diese Entwicklung war ein entscheidender Schritt auf dem Weg in die kommende Olympiasaison und ein wichtiger Schritt hin zur Erfüllung unseres großen gemeinsamen Ziels.
Nun stand die wichtigste Saison unserer bisherigen Karriere bevor. Bereits während des Sommereises in Inzell arbeiteten wir intensiv am Material und an den perfekten Abläufen. Jeder von uns steckte seine gesamte Energie in dieses gemeinsame Projekt. Tag für Tag trainierten wir hart und bewegten uns dabei immer wieder an unserem Limit. Die Saison begann direkt mit den beiden entscheidenden Rennen. Uns war bewusst, dass das schnelle Eis in den USA und Kanada nahezu unsere einzige realistische Chance darstellte, die notwendige Zeit für die Olympiaqualifikation zu erreichen. Wir waren sehr gut vorbereitet angereist. Dennoch war die Anspannung bei jedem von uns deutlich zu spüren. Wir wussten, dass nun der Moment gekommen war, in dem wir unsere Leistung abrufen mussten. Wir wollten uns unseren Traum erfüllen und gleichzeitig auch all den Menschen etwas zurückgeben, die uns auf diesem Weg unterstützt hatten. Eine Spannung lag in der Luft, die sich kaum in Worte fassen lässt. Schließlich war der große Tag gekommen. Die Vorbereitung verlief gut und jeder von uns wusste genau, was zu tun war. Trotz der enormen Nervosität gelang es uns, die Nerven zu bewahren. Wir zeigten das beste Rennen unserer bisherigen gemeinsamen Karriere. Dabei unterboten wir den alten deutschen Rekord um zwei Sekunden. Einen Rekord, der noch aus den Glanzzeiten des deutschen Eisschnelllaufs stammte. Am Ende belegten wir den vierten Platz. Mit dieser Zeit war bereits nach dem ersten Rennen sehr wahrscheinlich, dass wir uns als eines der acht besten Teams der Welt für die Olympischen Spiele qualifizieren würden. In diesem Moment fiel die gesamte Anspannung von uns ab – sowohl von uns Athleten als auch von unserem gesamten Betreuerteam. All die Trainingsstunden, die harte Arbeit und jede einzelne Einheit hatten sich gelohnt. In den weiteren Weltcup-Rennen konnten wir unsere Leistungen bestätigen und uns schließlich für die Olympischen Spiele qualifizieren. Gemeinsam hatten wir unser großes Ziel erreicht. Die Belohnung für jeden Einzelnen von uns und für die harte Arbeit der vergangenen Jahre.
Obwohl jeder von uns auch seine Einzelrennen zu bestreiten hatte, blieb das Teamrennen stets unsere höchste Priorität. Nach unseren Leistungen in der Saison wussten wir, dass vielleicht sogar eine Medaille möglich sein könnte. Gleichzeitig war uns bewusst, dass dafür ein nahezu perfektes Rennen notwendig sein würde. Bei Olympia wird in der ersten Runde nach Zeit gelaufen. Nur die vier schnellsten Teams können anschließend um die Medaillen kämpfen. Leider erwischten wir an diesem Tag nicht den Lauf, den es gebraucht hätte. Kleine Fehler schlichen sich ein, und am Ende belegten wir den fünften Platz. Für uns alle war das zunächst ein Rückschlag. Natürlich hätten wir uns einen anderen Ausgang gewünscht. Doch gerade in solchen Momenten zeigt sich, was ein echtes Team ausmacht. Im Team gewinnt man gemeinsam und im Team verliert man auch gemeinsam. Jeder von uns nahm sich zunächst Zeit, dieses Erlebnis für sich zu verarbeiten. Gleichzeitig wussten wir, dass wir zwei Tage später noch einmal die Chance bekommen würden, auf der olympischen Bühne im Rennen um Platz fünf anzutreten. Der Fokus wurde neu gesetzt. Wir wollten noch einmal zeigen, wozu wir als Mannschaft fähig sind. Mit einem starken Lauf beendeten wir schließlich die Olympischen Spiele gemeinsam auf dem fünften Platz.
Dieses Rennen war zugleich auch unser letztes gemeinsames Rennen in dieser Konstellation. Es war ein versöhnlicher Abschluss einer Reise, die einst mit einem großen Traum begonnen hatte. Wir können alle sehr stolz auf das sein, was wir gemeinsam erreicht haben. In vergleichsweiser kurzer Zeit ist es uns gelungen, zusammenzufinden, Vertrauen aufzubauen und zu einem echten Team zu werden. Genau dieser Zusammenhalt hat es uns ermöglicht, unser großes Ziel zu erreichen. Was einst als gemeinsames Projekt mit viel Arbeit, Geduld und Vertrauen begann, hatte sich zu einer Mannschaft entwickelt, die auf höchstem internationalem Niveau konkurrenzfähig ist. Dieses Projekt hat eindrucksvoll gezeigt, was möglich ist, wenn konsequent an ein gemeinsames Ziel geglaubt wird und alle bereit sind, füreinander zu arbeiten. Unser Weg war nicht immer einfach, doch gerade die schwierigen Momente haben uns als Team noch enger zusammengeschweißt. Der gegenseitige Respekt, das Vertrauen ineinander und die gemeinsame Leidenschaft für unseren Sport waren über die gesamte Zeit hinweg unsere größten Stärken. Jeder einzelne von uns hat seinen Beitrag geleistet, damit wir uns Schritt für Schritt weiterentwickeln konnten. Rückblickend können wir mit Stolz auf diese Zeit schauen. Auf unzählige Trainingsstunden, lange Reisen, intensive Wettkämpfe und auf viele besondere Momente, die wir gemeinsam erleben durften. Die Erinnerungen an diese gemeinsame Zeit, an die harte Arbeit und an die vielen besonderen Momente werden uns für immer begleiten.
Abschließend möchten wir uns bei all den Menschen bedanken, die uns auf diesem Weg begleitet und unterstützt haben. Ein solcher Weg ist niemals allein zu bewältigen. Hinter unseren Leistungen steht ein großes Team.
Ihr Alle habt uns über die gesamte Zeit hinweg unterstützt, motiviert und immer an uns geglaubt – auch in den Momenten, in denen nicht alles nach Plan lief. Eure Arbeit, euer Engagement und eure Geduld haben uns unser Ziel erreichen lassen. Jedem einzelnen Unterstützer sind wird unendlich dankbar. Ohne eure Beiträge hätten wir unser Ziel nicht erreicht.
Dieser Erfolg gehört nicht nur uns als Athleten – er gehört allen, die Teil dieses Weges waren. Vielen Dank für eure Unterstützung und euren Glauben an uns.
von Josie Hofmann